1230: Der Videobeweis muss her gegen den „Bayern-Bonus“.

Der Stammtisch hat es schon immer gewusst, dass es beim Fußball den „Bayern-Bonus“ gibt, die Bevorzugung des FC Bayern München bei Schiedsrichterentscheidungen. Das ist nun auch wissenschaftlich erhärtet. Und im Ergebnis höchst unerfreulich. Der Frankfurter Volkswirtschaftsprofessor Eberhard Feess hat Daten zu Schiedsrichterentscheidungen zwischen

2000 und 2014 aus 4.248 Erstliga-Spielen

statistisch ausgewertet. Die Schiedsrichterentscheidungen wurden kategorisiert nach

richtig, strittig und falsch.

In der Erhebung wurden nur die Entscheidungen aus der Kategorie „falsch“ herangezogen. Also: Tore, die nicht gebeben, Elfmeter, die nicht verhängt wurden, etc. Zu den 666 Fehlentscheidungen bei den Elfmetern kamen noch 1.290 mit der Hilfe von Fernseh-Aufzeichnungen hinzu, die von den Datensammlern als „strittig“ bewertet wurden.

Auszüge aus den Ergebnissen:

1. Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Mannschaft benachteiligt wird, steigt, wenn sich Mannschaften mit „unterschiedlichem Status“ (gemessen am Tabellenstand) gegenüberstehen.

2. Ist eine Mannschaft am Spiel beteiligt, für die es noch um etwas geht (Auf- und Abstieg oder Teilnahme an internationalen Wettbewerben), zögern die Schiedsrichter, gegen sie zu pfeifen.

3. Der „Heimvorteil“ ist statistisch erwiesen. Zur Wirkung kommt er meistens „unbewusst“.

4. Der „Heimvorteil“ ist um so größer, je mehr Zuschauer im Stadion sind.

5. Für eine Mannschaft ist es klüger, die Schiedsrichterentscheidungen zu kritisieren, statt sie hinzunehmen.

6. Ist der FC Bayern am Spiel beteiligt, ist die Wahrscheinlichkeit von Fehlentscheidungen zugunsten der Bayern signifikant höher.

7. Jeder kann wissen, dass dann, wenn in München gespielt wird, die Auswärtsmannschaft mit Benachteiligungen zu rechnen hat.

8. Die Fehler der Schiedsrichter gleichen sich nicht aus.

Liebe Freunde, gegen diese ganze erwiesene Misere hilft nur der

Videobeweis!! (Christoph Becker, FAZ 16.4.16)

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