Gayle Tufts ist eine US-amerikanische Komikerin und Kabarettistin, die seit 1992 hauptsächlich in Berlin lebt. Gemeinsam mit ihrem aus Israel stammenden Regie-Kollegen Yaron Goldstein ist sie von Sabine Oberpriller und Arnd Brummer für „Chrismon“ (3/2016) interviewt worden. Dabei äußert sich Tufts auch über die US-Amerikaner:
„Wir sind laut, wir sind enthusiastisch. Manchmal auch einfach ahnungslos. Das ist ‚very american: Hiiii! Woooow!‘ Ich liebe es, Amerikaner im Publikum zu haben. Bestenfalls resultiert daraus eine Hilfsbereitschaft, zu sagen: Hey, wir packen das an. Im schlimmsten Fall bedeutet ahnungsloser Enthusiasmus: Tea Party, Donald Trump. ‚Ich finde ihn gut!‘ – ‚Warum?‘ – ‚I don’t know!‘ Man fragt sich verzweifelt: Denken die nicht nach? Das ist problematisch. Für vieles fehlt ein Bewusstsein. Zum Beispiel kann man es in Amerika nicht mehr vom Tellerwäscher zum Millionär bringen: Es gibt nur noch Einweggedecke. Es ist so verschwenderisch. Man möchte ökologisch sein. Also packt man das Fahrrad in den riesigen SUV, fährt in den Naturpark und macht da Sport.“