Am 1. Dezember wird Woody Allen 80 Jahre alt. Bettina Aust hat ihn für das „Magic Moments“-Magazin (2/2015) interviewt.
Magic Moments: Wird das Leben durch die Philosophie leichter?
Allen: Philosophie rettet nicht dein Leben. Wir werden trotzdem älter und müssen sterben, egal was sie dir erzählen: beispielsweise, dass der Tod nicht das Ende des Lebens ist, sondern ein Teil davon.
Magic Moments: Das hört sich pessimistisch an.
Allen: Wir haben eben diesen schlechten Deal. Wie Jean-Paul Sartre sagte: „Sobald du geboren bist, bist du zum Tode verdammt.“ Es gibt kein Entrinnen.
Magic Moments: Aber als Künstler leben Sie in Ihrem Werk weiter.
Allen: Das kann man sich einreden. Man kann auch versuchen, sich mit Religion zu trösten. Aber das ändert nichts an den kalten Fakten.
Magic Moments: Was bleibt denn dann?
Allen: Gar nichts. Auch das Universum wird irgendwann auseinanderbrechen. Alles löst sich auf. Dann gibt es kein Werk mehr von Shakespeare oder Beethoven. All diese Dinge sind nicht von Dauer.
Magic Moments: Wie lebt es sich mit so einer pessimistischen Einstellung?
Allen: Ich lenke mich ab, indem ich Filme mache. Dann bin ich beschäftigt. Das ist das Einzige, was man im Grunde genommen tun kann. In Ernest Hemingways Kurzgeschichte „The Killers“ heißt es: „Denk nicht über das Ende nach.“ So mache ich es auch.