In den deutschen Kinos erscheint demnächst Ron Manns Dokumentarfilm
Altman, USA 2014, 96 Minuten.
Der Film bringt vieles von und mit Robert Altman und wird dem Regisseur wohl doch nicht gerecht. Denn es gibt kaum einen vielschichtigeren Regisseur, der, wie Andreas Kilb (FAZ, 21.2.15) so treffend schreibt, ohne Skrupel war. Für mich ist er neben Woody Allen der wichtigste US-Regisseur. Robert Altman kam vom Fernsehen. Sein mitleidloser Blick auf die US-Gesellschaft war entlarvend, und er glaubte nicht an die großen politischen Lösungen. Robert Altman hatte, wie wir so schön platt sagen, sein Metier von der Pike auf gelernt, geschaut, was die anderen machen,
und dann das Gegenteil davon probiert (Susan Vahabzadeh, SZ 19.2.15).
Er brachte uns den überlappenden Dialog („Nashville“ 1975). Seinen Durchbruch hatte Altman mit „M.A.S.H.“ 1970, einer schrillen Militärgroteske über den Koreakrieg. Gemeint war
Vietnam.
Der Dokumentarfilm versucht Variationen über den Begriff
altmanesk
und wird damit doch nicht fertig. Wenn etwa Bruce Willis darüber sagt, es bedeute, Hollywood in den Hintern zu treten, dann ist das allenfalls die halbe Wahrheit. Denn Hollywood konnte der Jazz-Liebhaber Robert Altman zwischendurch auch. Manchmal nur um des Geldes willen.
Ich führe hier einige der großartigen Altman-Filme auf, die nie einem billigen Schema folgten:
– „M.A.S.H.“ 1970,
– „McCabe and Mrs. Miller“ 1971,
– „The long Goodbye“ 1973,
– „California Split“ 1974,
– „Nashville“ 1975,
– „Buffalo Bill und die Indianer“ 1976,
– „Welcome to L.A.“ 1976,
– „Eine Hochzeit“ 1978,
– „Quintet“ 1979,
– „Come back to the Five and Dime, Jimmy Dean“ 1982,
– „Vincent und Theo“ 1990,
– „The Player“ 1992,
– „Short Cuts“ 1993,
– „Kansas City“ 1996,
– „Gosford Park“ 2001.