849: Trauma bei der „taz“? Und bei der „SZ“?

Am 18.2. wurden die Mitarbeiter der „taz“ zu einer außerordentlichen Redaktionskonferenz eingeladen (das schreibt Robin Alexander in der „Welt“, 21.2.). Ihnen wurde eröffnet, dass die Computer der Redaktion „angesaugt“ worden seien. Mit einem Keylogger, dessen Verwendung in Deutschland strafbar ist. In der Nacht zum 19.2. wurde bei der „taz“ eingebrochen.

Das soll der „taz“-Journalist Sebastian Heiser gewesen sein. Erwiesen ist das noch nicht.

Heiser veröffentlicht in seinem Blog zur Zeit, dass die „Süddeutsche Zeitung“ („SZ“) ihre Berichterstattung über Finanzmärkte seit längerem im Interesse von Finanzdienstleistern manipuliert habe. Damit diese Anzeigen schalteten. Gleichzeitig veröffentlicht die „SZ“ die Enthüllungsgeschichte „Swissleaks“ über die Machenschaften der Schweizer Bank HSBC.

Heiser hat von der „taz“ Hausverbot erhalten. Vor acht Jahren hatte er kurz bei der „SZ“ gearbeitet. Er beschuldigt die Zeitung, regelmäßig Informationen aus Bankkreisen zu verwenden, die sie von Whistleblowern bekomme. Die Zeitung habe ihre Leser selbst auf die Steuerhinterziehung im Ausland hingewiesen und sich dafür von Banken bezahlen lassen. Heiser will es nicht mehr ertragen haben, dass die „SZ“ sich im Fall von „Swissleaks“ als „Sturmgeschütz des Finanzamts“ gebärde, während sie selbst Steuerhinterziehung gefördert habe. In seinem Blog schildert Heiser konkret, wie Anzeigenkunden aus der Finanzbranche die Berichterstattung der SZ beeinflusst hätten. Er veröffentlicht Tonbandaufnahmen von Gesprächen mit SZ-Vorgesetzten.

Am 20.2. traf sich die „taz“-Chefredaktion mit der „taz“-Geschäftsführung zum Krisengespräch (Robin Alexander, Die Welt 21.2.15).

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