Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) kritisiert die Einrichtung eines Konfuzius-Instituts an der Georg-August-Universität Göttingen. Asien-Referent Ulrich Delius klagt: „Wir fürchten, dass die Unabhängigkeit der Wissenschaft durch die enge Anbindung eines Konfuzius-Instituts gefährdet wird.“ „Wir hätten uns in Göttingen eine umfassende Diskussion darüber gewünscht, ob ein Institut, das vom chinesischen Bildungsministerium ausdrücklich dazu angehalten wird, ein positives Bild Chinas im Ausland zu zeichnen, in unseren kritischen Wissenschaftsbetrieb passt. Gerade für unsere Stadt der ‚Göttinger Sieben‘, die sich der Freiheit der Lehre rühmt, wäre dies nur angemessen gewesen.“
Die Sinologie in Deutschland ist Gerüchten nach ohnehin von der chinesischen Propaganda „unterwandert“. An mindestens sieben deutschen Sinologie-Seminaren fungieren deren Direktoren auch als Leiter der örtlichen Konfuzius-Institute. Die Konfuzius-Institute seien organisatorisch an das „Entwicklungszentrum des chinesischen Bildungsministeriums für den Chninesich-Unterricht als Fremdsprache“ angebunden. Delius meint, dass es hier schnell Interessen-Kollisionen geben könne.
„Natürlich soll und muss auch Positives über China vermittelt werden, doch das Negative – wie die Unterdrückung der Tibeter oder die schweren Menschenrechtsverletzungen an Uiguren im Nordwesten des Landes – sollte nicht unterschlagen werden.“ (chb, „Göttinger Tageblatt“ 4.7.14)