616: Briefwechsel John M. Coetzee – Paul Auster

John M. Coetzee (geb. 1940), der Literatur-Nobelpreisträger von 2003, und Paul Auster (geb. 1947), der große New Yorker Schriftsteller, haben sich 2008 in einer Jury kennengelernt und danach einen Briefwechsel begonnen (Lothar Müller, SZ 26.6.14; Hubert Spiegel, FAZ 28.6.14).

J.M. Coetzee/Paul Auster: Von hier nach da. Briefe 2008-2011. Frankfurt am Main (S. Fischer) 2014, 286 S., 14,99 Euro.

Darin gibt es viele Überraschungen und verblüffende Fragen, vor allem von Coetzee, der ein brillanter Intellektueller ist. Seine Fragen eröffnen meistens neue Perspektiven. Die Briefe kreisen um das Schreiben, die Identität, die Politik. Beide sind etwa von Benjamin Netanjahus Nahostpolitik sehr enttäuscht.

Die Autoren beschäftigen sich aber auch mit Sport. In seiner Jugend war Paul Auster ein ziemlicher Crack im Basketball und Football. Beide Schriftsteller sehen sehr viel Sport im Fernsehen. Coetzee berichtet davon, wie er die Lektüre von drei wichtigen Büchern einstellte, um „den dritten Tag eines fünftägigen Kricketspiels zwischen den Nationalmannschaften von Australien und Südafrika zu verfolgen“. Er bewundert Roger Federer. Und er fragt: „Ist Sport einfach wie Sünde: Man missbilligt es, doch man erliegt der Verlockung, weil das Fleisch schwach ist.?“ Oder: „Im Sog der Fußballweltmeisterschaft (2010, W.S.) habe ich mir Gedanken über die Frage gemacht, warum Du und ich, Du nicht mehr so jung wie einst und ich definitiv bejahrt, so viel Zeit damit verbringen, uns Sport, den wir selbst nicht mehr ausüben können, anzuschauen.“

Wir anderen Sportfreunde finden uns in dem Briefwechsel wieder.

 

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