594: Deutschland profitiert am meisten vom D-Day (6.6.1944) in der Normandie.

Es ist der Großzügigkeit unserer französischen Freunde, Jean-Louis und Ute Leignel aus Paris, zu verdanken, dass meine Frau und ich seit sehr vielen Jahren regelmäßig in der Normandie sind. Dort wurde diesmal der Landung der Alliierten an der Küste der Basse-Normandie vor siebzig Jahren gedacht (6.6.1944). Damals wurde ein „Brückenkopf der Demokratie“ gelegt. Unter großen Opfern. Denn nicht alles lief so glatt, wie es in den Darstellungen davon so gerne geschildert wird.

Als Fahrradfahrer kennen wir sehr gut die Orne, beiderseits deren die alliierten Landeabschnitte Utah Beach, Omaha Beach, Gold Beach, Juno Beach und Sword Beach liegen. Quasi vor unserer Haustür. Die Stadt Ouistreham (Orne) ist das Zentrum in dem Küstenabschnitt. Dort kamen 1944 Luftlandetruppen zum Einsatz. Die ganze Gegen ist voll von Soldatenfriedhöfen. Dort liegen teilweise sehr junge Gefallene, 17- und 18-Jährige, die Europa von den Nazis befreit haben. Wir besuchen regelmäßig den Friedhof von Ranville in der Nähe der „Pegasus Brücke“ über die Orne (Benouville), einen Katzensprung von unserer Wohnung entfernt Dort liegen 2.564 Gefallene. Überwiegend Briten und Kanadier. Aber auch 322 Deutsche.

Wir verstehen den Friedhof als Symbol der Versöhnung.

Joachim Käppner schreibt: „Welch eine Ironie: Die Nation, deren Soldaten von den Klippen der Normandie auf die Befreier Europas schossen, hat am meisten von der eigenen Niederlage profitiert.“ (SZ 7./8./9.62014)

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