568: Wer AfP wählt, wählt Putin.

Kurz vor den Europa-Wahlen ist der Yale-Professor Timothy Snyder („Bloodlands: Europa zwischen Hitler und Stalin“) auf der Konferenz „Ukraine Thinking together“ in Kiew für die FAZ von Ann-Dorit Boy (17.5.14) interviewt worden.

FAZ: Führt Putin, dessen Propagandisten gegen Faschisten in der Ukraine wettern, selbst ein faschistisches Regime?

Snyder: Einige russische Ideologen, die in den Medien stets an Präsenz und Einfluss gewinnen, sind eindeutig als Faschisten zu bezeichnen. Das bekannteste Beispiel ist Alexander Dugin, der sich früher auch stolz so nannte. Er verortet sich weder links noch rechts, verarbeitet aber Elemente beider extremistischen Positionen zu einem neuen Konsens. Genauso kam vor 100 Jahren der Faschismus auf. Und es gibt Anzeichen des faschistischen Stils im Verhalten des Regimes. Die Obsession mit dem männlichen Körper ist sehr faschistisch, die Rehabilitierung von Hitler, die Trivialisierung des Holocaust, die zugelassen wird. Dies stellt meines Erachtens eine große Gefahr dar. Hinzu kommt der soziale Konservatismus in Russland, der als solcher unschuldig erscheinen könnte, aber in Kombination mit den anderen Elementen betrachtet werden muss.

FAZ: Wer also Front National oder die AfD in Deutschland wählt, wählt Putin und Eurasien?

Snyder: Absolut! Wobei die Linke anscheinend auch Putin und Eurasien wählt. Die Frage ist: Wollen wir Europa sein oder nicht? Ich glaube nicht, dass die Menschen das verstanden haben. Jeder Schritt weg von Europa ist nun ein Schritt nach Eurasien.

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