Hans Joachim Schädlich hat den „Berliner Literaturpreis 2014“ erhalten. Finanziert wird er von der Stiftung Preußische Seehandlung und verbunden ist er mit der Berufung auf die Heiner-Müller-Gastprofessur an der FU Berlin. In seiner Dankesrede analysiert Schädlich das Verhältnis Friedrichs II. von Preußen zur deutschen Sprache (SZ 5.3.14).
Der alte Fritz habe von der deutschen Sprache rein gar nichts gehalten. In seiner Schrift „De la littérature allemande“ (1780) schrieb er: „Seien wir also aufrichtig und gestehen wir gutwillig, dass bis jetzt die Literatur auf unserem Boden noch nicht hat gedeihen wollen.“ Friedrich II. ignorierte Klopstock, Lessing, Wieland, Herder, Ewald von Kleist, Winckelmann und Moses Mendelssohn. Goethes „Götz von Berlichingen“ nannte er „eine abscheuliche Nachahmung der schlechten englischen Stücke“.
In einem Gespräch mit Klopstock bekannte der alte Fritz: „… ich habe von Jugend auf kein deutsches Buch gelesen und spreche das Deutsche wie ein Kutscher.“ Hans Joachim Schädlich meint, dass er es auch so geschrieben habe.