524: Die Union sollte sich für die doppelte Staatsbürgerschaft entscheiden.

Bei den Berliner Koalitionsverhandlungen steht die doppelte Staatsbürgerschaft auf der Tagesordnung. Das Optionsmodell von 1999, wonach man sich bis zum 23. Lebensjahr für die deutsche oder die Staatsbürgerschaft der Eltern entscheiden muss, hat sich als hinderlich für die Integration herausgestellt. Sie führt zu rechtlichen Unsicherheiten.

Heribert Prantl argumentiert überzeugend (SZ 9./10.11.13):

„Die doppelte Staatbürgerschaft verlangt vom Bürger, der in zwei Kulturen zu Hause ist, nicht mehr, sich zu zerreißen. Sie nimmt den Bürger so, wie er ist: mit seiner Geschichte, mit seiner Tradition, mit seinen Wurzeln und mit der Identität, die sich daraus ergibt. Gewiss: Ein neuer Bürger muss sich entscheiden – aber doch nicht dafür, ob er sich nun ein wenig mehr türkisch oder ein wenig mehr deutsch fühlt. Er muss sich entscheiden für Demokratie, Rechtsstaat und die Grundwerte der Verfassung. Die Doppelstaatsbürgerschaft kann dabei helfen. EU-Bürger, Spätaussiedler und die Kinder aus binationalen Ehen leben gut in Deutschland mit der doppelten Staatsbürgerschaft; warum sollten dann nicht auch Deutsch-Türken gut gut damit leben?“

Wir sind eine Einwanderungsgesellschaft.

Die Koalitionsverhandlungen sind eine gute Gelegenheit, dies für alle festzustellen. Ich bin optimistisch.

Leave a Reply

You must be logged in to post a comment.