447: Not am Mann – „Hecession“

Der „Nestor“ der deutschen Männerforschung, Walter Hollstein, nimmt sich die Männer vor (SZ 8.7.13). Mit recht klaren Ergebnissen.

Eingangs zitiert er einen jungen Mann, der für einen ganzen Trend stehe. „Medien und Frauen haben Männern über Jahrzehnte erzählt, sie seien überflüssig, gewalttätig, dumpf und sowieso ein Irrtum der Natur. Da ist es doch kein Wunder, dass sie keine Stützen der Gesellschaft werden wollen. Warum sollten sie denn? Viele haben gemerkt, dass Überflüssigsein eine Menge Freiheit mit sich bringt. Die will man nicht mehr missen.“ Daraus resultiere eine

Bindungsverweigerung.

Jeder fünfte Erwachsene lebt alleine. Seit 1991 ist die Quote der alleinlebenden Frauen um 16 % gestiegen, die der alleinlebenden Männer um 81 %. 60 % der alleinlebenden Männer waren noch nie verheiratet. Sie sind „echte Junggesellen“. Zudem gingen und gehen die Scheidungen vorwiegend von Frauen aus. Etwa zu 75 %. Sie ist eine Institution des Frauenschutzes.

Die alleinlebenden Männer erscheinen nicht als Erfolgsmodelle. Die Verheirateten leben länger, haben weniger soziale Probleme und haben nicht so viel staatliche Unterstützung nötig.

Die Gesellschaft entwickelt sich hin zum „weiblichen“ Dienstleistungsgewerbe, weg von der „männlichen“ Industriearbeit. Die Arbeitslosenquote ist bei Männern größer als bei Frauen, Schulabbrecher sind überwiegend männlich. In den USA sprechen wir deshalb von

„Hecession“.

Ausgeprägt ist die Entwicklung in den neuen Bundesländern. Männer richten sich mit minimalen Bedürfnissen ein und nehmen am gesellschaftlichen Leben kaum teil. Die Gesellschaft ist ihnen zu komplex, unübersichtlich und dynamisch. „Männer heute befürchten, dass in Wahrheit die Frauen die wichtigen Entscheidungen fällen und sie, die Männer, gar nicht mehr brauchen.“ Die Frauen schreiben die Drehbücher.

Muss uns das besorgen? Ich finde: nein.

 

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