Deutschland ist der drittgrößte Waffenexporteur auf der Welt. Franziska Augstein schreibt dazu (SZ 19.3.13):
„Panzer, U-Boote und Kleinwaffen sind die Schlager der deutschen Waffenindustrie, die sich brüsten kann, mit sieben Prozent aller weltweit verkauften Waffen nach den USA und Russland an dritter Stelle zu stehen. Deutsche Kleinwaffen sind besonders bei Amerikanern beliebt, deutsche Panzer nicht zuletzt bei Saudis.
Das ist fatal für die Opfer, schön aber für das Bruttoinlandsprodukt, weshalb eine zweite Beobachtung der Sipri-Studie hier gleich entschärft werden kann: Deutsche Waffenexporte seien in den vergangenen Jahren leicht zurückgegangen. Dieses liegt lediglich daran, dass Großaufträge oder ihr Ausbleiben die Exportstatistik kurzfristig verzerren. Und neue Großaufträge stehen in Aussicht. Saudi-Arabien wünscht sich neben vielem anderen ‚Leopard-2A7-Panzer‘, die eigens für den innerstädtischen Kampf konzipiert wurden. Dass Saudi-Arabien Bahrein half, dort mit Waffengewalt gegen demonstrierende Bürgerrechtler vorzugehen, stört die Bundesregierung nicht. Will sie das Gesetz endgültig aushebeln, demzufolge Waffen nicht in Krisengebiete verkauft werden sollen? Meint sie, was den USA recht sei, ist den Deutschen billig und dürfe deshalb teuer verkauft werden?
Die allermeisten Deutschen wollen das nicht. Hohe Zeit ist es, dass der Bundessicherheitsrat nicht mehr geheim über Waffenexporte berät und erst viel später das Parlament in seine Beschlüsse einweiht.“