F 16-Kampfbomber der israelischen Luftwaffe aus Ramon in der Negevwüste haben am letzten Samstag eine Drohne über Israel abgeschossen (SZ 8.10.12). Sie war vom Mittelmeer kommend über den Gaza-Streifen nach Israel eingedrungen. Die F 16 hatten mit dem Abschuss gewartet, bis sie unbewohntes Gebiet überflog. Die israelische Armee meldete den Erfolg sogleich samt Video der Weltpresse.
Expertenkreise vermuten, dass die Drohne von der Hisbollah in Libanon abgefeuert worden war. Ein der Hisbollah nahestehender libanesischer Fernsehsender hat das ebenfalls gemeldet. Wir erinnern uns daran, dass schon 2006 von Libanon aus mit Sprengstoff beladene Drohnen nach Israel geschickt wurden. Deren Abschuss gelang rechtzeitig. Hisbollah-Chef Hassan Nasrallah hatte erst kürzlich verkündet, dass die Hisbollah mit Drohnen alle möglichen Ziele in Israel treffen könne, einschließlich des Atomreaktors in Dimona. Wahrscheinlich diente die jetzt abgeschossene Drohne nicht dem Angriff auf ein Ziel, sondern der Ausspähung von möglichen Zielen.
Premierminister Benjamin Netanjahu erklärte, „wir werden weiter unsere Grenzen zur See, auf dem Land und in der Luft verteidigen, um die Sicherheit unserer Bürger zu gewährleisten“. Israel gilt als der Welt größter Exporteur von Drohnen. Auch die Bundeswehr nutzt in Afghanistan geleaste „Heron 1“-Drohnen aus Israel und erwägt nun den Kauf bewaffneter Flugkörper. Anscheinend arbeitet auch Iran mit Hochdruck an der Entwicklung moderner Drohnen. Die kürzlich präsentierte „Schahed 129“ hat eine Reichweite von 2000 Kilometern und kann Israel erreichen.