213: GEW Hessen für Abitur nach neun Jahren ( G 9)

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Hessen spricht sich für das Abitur nach neun Jahren (G 9) aus. Sie reagiert damit auf viele Erfahrungen mit dem Abitur nach acht Jahren (G 8), die im Wesentlichen darin bestehen, dass es überfrachtete Lehrpläne und überforderte Schüler gibt. Auch wer ansonsten nicht immer einer Meinung mit der GEW ist, kann hier m.E. zustimmen. Denn G 8 bewährt sich nicht. Das ist nicht der einzige Fehler bei den Reformen im Bildungssystem. Wir sehen ja, wie die Abiturienten auf der Universität ankommen.

1997 hatte der damalige Bundespräsident Roman Herzog in seiner „Ruck-Rede“ den Sinn von G 9 bezweifelt. Er gehörte damit zu denjenigen, denen unsere Abiturienten zu alt waren und die zu viel „Überflüssiges“ lernten. Auch wollten die G 9-Gegner wohl zu viel geistige und politische Beweglichkeit eindämmen. Mehr Anpassung an die Wünsche des Kapitals und der Arbeitgeber waren auch gemeint. Nicht so viel nachdenken, sondern funktionieren, sollten die Abiturienten. Dabei hatten die Befürworter von G 8 von vornherein übersehen, dass ein G 9-Abitur ein letztes Feld der Unabhängigkeit von „den Märkten“ war und es auch wieder werden könnte. Bildung braucht Zeit. Sie tut der ganzen Gesellschaft gut. Wir brauchen das Problembewusstsein und das Verständnis für die gesellschaftlichen Konflikte.

Inzwischen gibt es in vielen Bundesländern ein Zurückrudern. Aber halbherzig und ohne gute Erfolgsaussichten. Das hätten wir uns sparen können.

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