187: Ines Geipel: Der Amok-Komplex oder die Schule des Tötens erschienen

Die aus der DDR stammende ehemalige Weltklasse-Sprinterin Ines Geipel legt ihr neues Buch vor:

Der Amok-Komplex oder die Schule des Tötens. Verlag Klett-Cotta. Stuttgart 2012, 343 Seiten, 19,90 Euro.

Es îst ein einziger Beleg für die Austauschbarkeit der Fälle und die sehr großen Ähnlichkeiten. Geipel behandelt einen Fall aus Tasmanien (1996), die drei deutschen Fälle Erfurt (Robert S.), Emsdetten (Sebastian B.), Winnenden (Tim K.) und den norwegischen Fall von Utöya (Anders B.). Das Buch gleicht einer Blaupause für Amokläufer. Und ein Amokläufer lernt vom anderen. Unterstützt wird das von den modernen Massenmedien und im Netz. Geipel hat sehr viel Material gesammelt und ist in ihrer Darstellung überwiegend differenziert. Sie hat das psychiatrische Gutachten über Anders B. ausgewertet, dem inzwischen ein zweites anderslautendes gefolgt ist.

Was immer wiederkehrt: Die kleinbürgerliche Welt der Eltern, der Erfolgsdruck der Väter, eine Außenseiter-Rolle und ein einsames Leben in einer Fantasy-Welt und mit Online-Medien, Schulversagen und Schulschwänzen, die Faszination von Theater und Rollenspielen, ein Faible für Waffen und Schießen, das Zurechtlegen von Verschwörungstheorien, das große Schweigen in der Familie, die lange und akribische Vorbereitung der Tat, die Selbsttötung am Ende.

Geipels Buch demonstriert, wie nah solche Erwartungen, Handlungsweisen und Verdrängungsmechanismen auch vielen von uns sind.

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