Rafael Seligmann: „Deutschland wird dir gefallen. Autobiographie.“

Rafael Seligmann hat 2010 im Aufbau-Verlag seine Autobiographie unter dem Titel „Deutschland wird dir gefallen“ veröffentlicht. Der 1947 in Tel Aviv geborene deutsche Schriftsteller glänzt darin nicht durch stilistische Brillanz, sondern unverstelltes Beschreiben von Begebenheiten, bei dem auch Ross und Reiter genannt werden. Seligmann analysiert und kritisiert Israels Nahostpolitik. Dazu ist er prädestiniert; denn darüber hat er in Politikwissenschaft promoviert. Bei allem Verständnis für die besondere Lage Israels kommt Seligmann zu einer teilweise scharfen Kritik.

So schreibt er etwa im Kapitel mit dem bezeichnenden Titel  „Altneuland“ auf Seite 442: „Premier Netanyahu hat die Notwendigkeit zur Schaffung eines palästinensischen Staates öffentlich betont. Prinzipiell. Faktisch aber unternimmt die israelische Regierung vieles, um eine Einigung mit den gemäßigten Palästinensern zu torpedieren. Der Ausbau der Siedlungen wird fortgesetzt. Die Bekanntgabe neuer israelischer Wohnprojekte in Ost-Jerusalem während des Besuchs von US-Vizepräsident Biden war provokant und kontraproduktiv. Auf diese Weise stößt Zion seinen wichtigsten Verbündeten vor den Kopf. Dessen Kooperation aber ist unumgänglich, um Iran mit politischen und militärischen Mitteln an der Entwicklung von Kernwaffen zu hindern. Gelingt es Jerusalem nicht beizeiten, sich mit Syrien und den Palästinensern zu einigen, dann wird Teheran mit den von ihm abhängigen Gruppen Hamas und Hisbollah den jüdischen Staat durch Raketenangriffe auf israelische Städte in einen Krieg mit Syrien treiben. Auf diese Weise wäre die Weltöffentlichkeit von Irans nuklearer Aufrüstung abgelenkt.“

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