1834: Johannes K. Engel gestorben

Länger als jeder andere war er Chefredakteur des „Spiegels“, 25 Jahre. Und in der „Spiegel-Affäre“ 1962 musste er mit Rudolf Augstein und Claus Jacobi in den Knast. Aber während seine Kollegen Günter Gaus und Erich Böhme sich in Soloauftritten profilierten, war Johannes K. Engel der große einflussreiche Unbekannte im Hintergrund, der die Fäden zog. Er arbeitete schon 1948 in der Zentrale in Hannover und war seit 1951 Kultur- und Wissenschaftsredakteur.

Engel war ein akkurater und penibler Vorgesetzter, der manche Ressortleiter zur Verzeiflung trieb, wenn er nur eine Bildzeile nicht verstanden hatte. Seine Domäne wurde die Außenpolitik, wo er mit einigen Auslandskorrespondenten bei „großen“ Interviews mit den Mächtigen der Welt glänzte. Die Edelfedern des Blattes wie Hermann Schreiber und Jürgen Leinemann mochten ihn, weil er ihre Geschichten umfangreich ins Blatt rückte.

Engel liebte Italien, wo er in Ligurien nahe der französischen Grenze ein Haus hatte. 1987 nahm er wegen einer Herz-OP seinen Abschied. Nun ist er mit neunzig Jahren gestorben (Hartmut Palmer, SZ 9.1.18).

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