1454: Vanessa Redgrave 80

Für mich waren es zwei Filme, in denen Vanessa Redgrave, die nun 80 Jahre alt wird, ihre schauspielerische Größe zeigen konnte (und es waren nicht ihre 1,80 m, die ich mit Größe meine): „Blow up“ 1966 (Regie: Michelangelo Antonioni) und „Julia“ 1978 (Regie: Fred Zinnemann). In „Blow up“ bewies sie als „mysteriöse“ Frau und Gegenspielerin von David Hemmings ihre Unnahbarkeit. Und in „Julia“ brillierte sie als Nebendarstellerin (wofür sie den Oscar bekam), die eine jüdische Widerstandskämpferin gegen die Nazis spielte.

Vanessa Redgrave entstammt einer Schauspieler-Dynastie. Auch ihr Großvater, ihre Eltern und zwei Geschwister waren oder sind Schauspieler. Einer Anekdote zufolge stand ihr Vater bei ihrer Geburt mit Laurence Olivier auf der Bühne, der nach der Vorstellung vor das Publikum trat und bekanntgab, dass soeben eine große Schauspielerin zur Welt gekommen sei.

Persönliche Unabhängigkeit war das, worum sie, die m.E. auch eine schöne Frau war, sich auch im Leben bemühte und was sie ausstrahlte. Das schloss linksradikale Attitüden ein. Sie war eine permanente Kämpferin gegen den Zionismus und unterstützte die palästinensische Politik. In ihrer Oscar-Dankesrede bezeichnete die überzeugte Sozialistin einige Anwesende, die gegen ihre Mitwirkung in dem Dokumentarfilm „The Palestinian“ demonstriert hatten, als „zionistische Strolche“. Vanessa Redgrave protestierte gegen Atomwaffen und gegen Guantanamo (Martina Knoben, SZ 30.1.17).

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