Im Alter von 90 Jahren ist der große polnische Filmregisseur Andrzej Wajda in Warschau gestorben. Seine Filme bekamen ihre besondere Wichtigkeit in der Zeit des niedergehenden realen Sozialismus in Polen („Der Mann aus Marmor“ 1977, „Der Mann aus Eisen“ 1981, „Danton“ 1983, „Korczak“ 1990). Wajda war Solidarnosc-Mitglied und kurze Zeit Abgeordneter.
Studiert hatte Wajda an der seinerzeit berühmten Filmhochschule in Lodz, wo auch Roman Polanski studierte, der sein Freund wurde. Seine Filmkarriere begann Wajda als Assistent von Alexander Ford. Seine Filme „Der Kanal“ 1957 (über den Warschauer Aufstand) und „Asche und Diamant“ 1958 machten ihn weltberühmt. Sein Ruhm strahlte aus bis nach Hollywood. 1973 drehte Wajda „Hochzeit“, 1975 „Das gelobte Land“. Die achtziger Jahre verbrachte er überwiegend in Frankreich. Wajda arbeitete erfolgreich auch als Theaterintendant (kurze Zeit) und als Theaterregisseur.
National und insbesondere international wurde Andrzej Wajda vielfach ausgezeichnet. U.a. mit der Goldenen Palme in Cannes, dem Goldenen Löwen in Venedig und 2006 mit dem Goldenen Ehrenbären der Berlinale. Auf deutsche Filmenthusiasten hatte er einen großen Einfluss. 2001 erhielt er das Große Bundesverdienstkreuz. Politisch war er häufig ein Stachel im Fleisch. So drehte er 2007 den Film „Katyn“ über das Massaker der Roten Armee an polnischen Offizieren, zu denen sein Vater Jakub Wajda gehört hatte.