Er war ein sehr starker deutscher Radrennfahrer von internationaler Klasse, vielleicht der stärkste, Rudi Altig. 1966 wurde er auf dem Nürburgring Straßen-Weltmeister vor seinem Freund, dem fünfmaligen französischen Tour-de-France-Sieger Jacques Anquetil. Rudi Altig war dreimal Weltmeister in der Einzel-Verfolgung, vielfacher Etappensieger bei den großen Rundfahrten Tour de France, Giro d’Italia und Vuelta. Er gewann die Flandern-Rundfahrt 1964 und 1968 Mailand-San Remo. Eine große Karriere.
In einer Zeit, in der noch nicht so sehr auf Doping geachtet wurde, gehörte Rudi Altig aber auch zu den großen Beschwichtigern und Lügnern. Er wollte vom Doping nichts hören. Wir Radsportfans nannten ihn
„die radelnde Apotheke“.
Der „Bild“-Zeitung sagte Altig 1997: „Ich habe Pillen geschluckt, klar. Wie alle anderen auch. Aber in Absprache mit meinem Arzt, nie unkontrolliert. Außerdem: Zu meiner Zeit war Doping nicht verboten.“
Jetzt ist Rudi Altig an Krebs gestorben (Peter Burghardt, SZ 13.6.16)