1113: Edith Piaf 100

Nach dem Terroranschlag von Paris sangen viele Menschen ihre Lieder auf den Straßen. Wie ihre Nationalhymne. Als ihre Nationalhymne.

Edith Piaf,

die vor hundert Jahren im Pariser Arbeitervorort Belleville geboren wurde. Vermarktet wurde sie unter dem Label „Der Spatz von Paris“. Welthits waren ihre Songs „Je ne regrette rien“, „Milord“, „La Vie en Rose“, „Hymne a l’Amour“ und viele andere. Piaf hatte ihre Wurzeln in der Arbeiterklasse. „Natürlich“ eine schwierige Kindheit. Sie wurde eine gläubige Katholikin und schrieb einmal eine Heilung einer Wallfahrt zur Heiligen Therese von Lisieux zu. Als sie schon mit 48 Jahren starb, war ihr Mann, der 20 Jahre jüngere Sänger Theo Sarago bei ihr. Die große Liebe ihres Lebens, der Mittelgewichts-Boxweltmeister Marcel Cerdan, kam 1949 bei einem Flugzeugabsturz ums Leben.

Edith Piaf verkörperte nach dem Zweiten Weltkrieg die Geste der Selbstbehauptung und die Dankbarkeit, noch am Leben zu sein. Das hat man damals in der ganzen Welt verstanden. Es verleiht ihren Liedern eine Tiefe, die populäre Musik sonst nicht hat. Viele Songs hatten den Touch der Gosse, der allerdings bald ins Melancholische, ja Verzweifelte umkippen konnte. Und in Titeln wie „Légionnaire“ gab sie Töne von sich, in denen ihre Vorlust deutlich erkennbar war. Sie sang auch für die „gars de la marine“ (die Jungs von der Marine). Zu einer Zeit, als auf der anderen Seite des Rheins Zarah Leander und Marika Rökk auftraten (Tilman Krause, Die Welt 19.12.15).

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