1089: Dopingopfer gegen Olympia in Hamburg

Der Dopingopfer-Hilfe-Verein (DOH) verschickt in den kommenden Tagen 500.000 Postkarten an Hamburger Haushalte und fordert die Bürger auf, am 29.11.15 gegen die Olympischen Spiele in der Stadt zu votieren. Die Vereinsvorsitzende Ines Geipel sagte, der organisierte deutsche Sport „trimme“ seine Sportler auf Medaillenerfolge und habe bisher die deutsche Doping-Vergangenheit nicht hinreichend aufgeklärt. Dementsprechend stehe er für „systematischen Betrug“. Zuletzt habe der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) nicht einmal mehr Briefe von Dopingopfern beantwortet.

Der DOH vertritt etwa 700 frühere Athleten, die über Gesundheitsschäden klagen, die auf die Verabreichung von Dopingmitteln zurückzuführen sind. Die Bundesregierung hat den Dopingopfern soeben eine

Finanzhilfe von 10,5 Millionen Euro für 2016 und 2017

zugesagt. Geipel begrüßte diese Geste, unterstrich aber, dass „eine Einmalzahlung keine veränderte Sportpolitik“ darstelle. Der DOSB ist von der Bundesregierung aufgefordert worden, sich an dem Fonds für Dopingopfer zu beteiligen. Ines Geipel regte an, die Pharmakonzerne in die Pflicht zu nehmen, die an den Dopingprogrammen beteiligt waren (SZ 19.11.15).

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