Der große Romancier und Literaturnobelpreisträger Imre Kertész hat einen „Tagebuchroman“ vorgelegt:
Letzte Einkehr. Ein Tagebuchroman. Reinbek (Rowohlt) 2015, 350 S., 10,99 Euro.
Er besteht aus Alltagsbeobachtungen, Selbstzweifeln, Todessehnsucht, Todesfurcht und sarkastischen Abrechnungen mit dem wahrlich ungeliebten
Ungarn,
dem Kertész keine Aussicht auf Läuterung und liberale Entwicklung voraussagt. Auschwitz bleibt der Angelpunkt, von dem aus Kertész seine beiden Wohnorte Budapest und Berlin beurteilt. Kertész sagt: „Bücher muss man nicht verstehen, es genügt die Inspiration, die sie uns geben, oft schon allein dadurch, dass wir sie in Händen halten und lesen.“ (Harald Eggebrecht, SZ 18.3.15)