216: Michael Wolffsohn im Ruhestand

Der vor 65 Jahren in Tel Aviv geborene Michael Wolffsohn, Professor für Neuere Geschichte an der Hochschule der Bundeswehr in München, ist in den Ruhestand gegangen. Er war ein eigenwilliger und ganz und gar unverwechselbarer Kopf (mit einer Vorliebe für das Treten in Fettnäpfchen). Der Offizier der israelischen Armee hat die Auseinandersetzung nicht gescheut und viele Gegner (nach dem Motto „viel Feind, viel Ehr“) vor den Kopf gestoßen. Weder die bayerische Staatsregierung, der Münchener Oberbürgermeister und Kandidat für das Amt des bayerischen Ministerpräsidenten, die Präsidentin der israelischen Kultusgemeinde noch das Bundesverteidigungsministerium waren bei der Verabschiedung Wolffsohns vertreten. Dieser rechnete nochmals mit seinen Gegnern ab, darunter mit dem ehemaligen Verteidigungsminister Peter Struck (SPD) und mit Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP). Vielleicht stand Michael Wolffsohn für eine spezifische jüdisch-deutsche Tradition.

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