Sebastian Gallander, der Leiter des Projekts „Soziale Mobilität“ der Stiftung neue Verantwortung und der Vodafone-Stiftung, macht plausible Vorschläge zur Verbesserung des Schulsystems in Deutschland (SZ, 8.6.12). Er empfiehlt, die Nachwuchsarbeit im DFB zum Vorbild zu nehmen. Dies erscheint erforderlich, weil das deutsche Schulsystem im Vergleich immer noch zu schlecht abschneidet. Gallander nennt fünf Punkte.
1. Mehr Geld investieren. „Allein die Bundesliga hat ihre Ausgaben für die Nachwuchsförderung in den vergangenen Jahren auf mehr als 66 Millionen Euro erhöht. Das sind 3,7 Prozent des Gesamtumsatzes.“ Dagegen betrage der Anteil am Bruttoinlandsprodukt, der für Schulen aufgewendet werde, nur 2,2 Prozent.
2. Das Schulsystem muss eine praktische Möglichkeit zum sozialen Aufstieg einräumen. „Im Fußball wird .. schon im eigenen Interesse der Vereine darauf geachtet, jedem eine Chance zu geben und Talente individuell zu fördern.“ Also: Basisförderung für alle Kinder gleich, dann Durchlässigkeit auf den weiteren Stufen.
3. Das Wichtigste für die Schüler sind gute Lehrer, wie es die Trainer für Fußballmannschaften sind. Bisher fühlen sich viele Lehrer nicht ausreichend auf die Schule vorbereitet.
4. Die Schüler müssen neben dem Wissen auch soziale Kompetenzen vermittelt bekommen. „Der DFB hat .. die Leitlinie, die jungen Menschen nicht nur fußballspezifisch auszubilden, sondern beispielsweise auch in Selbstdisziplin, Motivation, Kritikfähigkeit, Teamgeist, Fairness und im Umgang mit Niederlagen.“
5. Einbindung von ehrenamtlichen Helfern. Etwa 1,7 Millionen Menschen engagieren sich laut DFB ehrenamtlich im deutschen Fußball. „In der Schule müssen natürlich professionelle Lehrer und Erzieher die Hauptrolle spielen.“ Aber auch die Schulen sollten sich stärker für ehrenamtliche Helfer öffnen. „Wenn das Schulsystem sich vom Fußball inspirieren ließe, hätten alle schon sehr gewonnen – die Schüler, die Wirtschaft und letztlich auch die ganze Gesellschaft.“