174: Bevölkerungspolitik führt zum Frauenmangel.

Als kürzlich der siebenmilliardste Mensch (7.000.000.000) auf die Welt kam, war das Geschrei groß. Wir ängstigen uns vor der Überbevölkerung. Sind nicht Hungersnöte die zwingende Folge? Wird nicht seit vielen Jahrzehnten eine Bevölkerungspolitik geführt, die mit Geburtenkontrollen arbeitet (z.B. Ein-Kind-Familien in China)? Gerade in Asien ist die Geburtenrate so stark zurückgegangen wie nirgends sonst auf der Welt. In den späten sechziger Jahren bekam eine Frau dort im Schnitt 5,7 Kinder, 2006 waren es nur noch 2,3.

Dabei haben sich seit langem demographische und moralische Probleme eingestellt. Denn mit der Pränataldiagnostik kam die Möglichkeit der gezielten Abtreibung. Hauptsächlich in China und Indien werden weit mehr Mädchen abgetrieben als Jungen.

– Weil Jungen den Familiennamen weiterführen,

– weil sie – im Gegensatz zu Mädchen – bestimmte Bestattungsrituale ausführen dürfen,

– weil sie in der Regel das bessere Gehalt beziehen,

– weil sie keine Mitgift kosten.

Mittlerweile „fehlen“ in Asien 160 Millionen Mädchen und Frauen. Das natürliche Geschlechterverhältnis lautet: Auf 100 geborene Mädchen kommen 105 Jungen. So verhilft die Evolution zu einem Ausgleich zwischen Männern und Frauen, weil Männer regelmäßig riskanter und gewalttätiger leben als Frauen. Heute allerdings ist das Verhältnis in China 120 Jungen bei 100 Mädchen. Im Jahre 2030 wird einer von fünf chinesischen Männern kein weibliches Pendant haben. Frauen stehen unter ungeheurem sozialen Druck, einen Sohn zu gebären. Sie wirken an der umfassenden Benachteiligung von Mädchen selbst mit. Sie zeigt sich nicht nur an der Zahl der Abtreibungen und dem schlechteren Gehalt bei gleicher Leistung.

Gerade auf dem Land haben Männer in China, Taiwan und Südkorea immer schlechtere Chancen, eine Ehefrau zu finden. „Brautkäufe“ nehmen zu. Teilweise wird schon von regelrechten „Frauenraubzügen“ berichtet. Gleichzeitig nimmt die Prostitution zu und damit die Verbreitung von Syphilis und Aids. In manchen Gegenden Chinas kehren Eltern zu Kinderehen zurück, um dem eigenen Sohn so früh wie möglich eine Frau zu sichern. Außerdem führt nach Ansicht der weitaus meisten Experten ein Männerüberschuss zu Gewaltexzessen.

Keine guten Aussichten für den Frieden.

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