Den Zusammenhang zwischen dem Reformationstag, Halloween und Allerheiligen reflektiert Sascha Lehnartz in der „Welt“ (1.11.14). Er schreibt:
„Nun darf man natürlich wie Margot Käßmann darüber erschrecken, wenn Kinder für Schokoriegel zu brutalen Erpressern werden und ihre Nachbarn mit Sätzen wie diesen terrorisieren: ‚Wir sind die Rübengeister und kommen aus dem Wald/Und gebt ihr uns nichts Süßes, dann machen wir euch kalt.‘
Auch mag man als ohnehin zu herbstlicher Melancholie neigender Kulturkonservativer (‚Wohl dem, der jetzt noch Heimat hat‘) fragen, ob es begrüßenswert ist, wenn die jungen Leute (und nicht nur die) vom Christentum im Allgemeinen und von Luther im Besonderen nichts mehr wissen und stattdessen martialisch maskiert um die Häuser ziehen und ihre Nachbarn zur Herausgabe von Genussmitteln nötigen, die langfristig doch wieder nur zu einer weiteren Erhöhung der Krankenkassenbeiträge führen werden. Aber man kann auch einfach die Klingel abstellen, Richard Friedenthals Luther-Biografie aus dem Regal holen und nebenbei bei einem guten Asbach Uralt heimlich nachgoogeln, was genau noch mal an Allerheiligen gefeiert wird.“