Über die höchst verwickelte Geschichte ihrer Familie hat Marion Brasch ein Buch geschrieben:
Marion Brasch: Ab jetzt ist Ruhe. Roman meiner fabelhaften Familie. Frankfurt am Main (S. Fscher) 2012, 398 Seiten, 19,99 Euro.
Es geht um die jüdische Familie Brasch, die nach Großbritannien emigiert war und in die DDR ging. Dort wurde Horst Brasch als überzeugter Kommunist stellvertretender Kulturminister. Seine drei Söhne Thomas, Klaus und Peter wurden Künstler und lieferten ihre ganz persönliche Auseinandersetzung mit der Familie, der SED und der DDR ab. Sie gehörten zu den führenden Köpfen der Opposition. Thomas Brasch kann als einer der potentesten deutschen Schriftstellern nach 1945 gelten („Vor den Vätern sterben die Söhne“). Klaus war Schauspieler (z.B. in Konrad Wolfs „Solo Sunny“). Peter trat mit Kinderhörspielen hervor.
Die Rundfunkjournalistin Marion Brasch nimmt in ihrem Buch fast eine Kinderperspektive ein. Sie fand sich weithin übersehen im Vergleich mit ihren Brüdern. Und sie erzählt ihre Geschichte einfach und nachvollziehbar. Nachdem die Mutter an Krebs gestorben war, heiratete der Vater ein zweites Mal, eine Stasi-Mitarbeiterin, die auf ihn angesetzt war. Seine Karriere litt unter den Eskapaden der Söhne. Marion Braschs Buch, das leicht daherkommt, zeigt auch für den Vater Verständnis. Die DDR wird als Heimat geschildert.