T.C. Boyle für völlige Freigabe von Drogen

Der international sehr erfolgreiche US-amerikanische Romancier T.C. Boyle, dessen Hauptprogramm offensichtlich der Umweltschutz ist, hat sich in einem Interview mit der SZ für die völlige Freigabe von Drogen ausgesprochen (Martin Wittmann, 18./19.2.12). Boyles Erfolgsromane heißen: „Wassermusik“, „World’s End“, „Willkommen in Wellville“, „América“, „Drop City“, „Dr. Sex“ und „Die Frauen“. Gerade erschienen ist „Wenn das Schlachten vorbei ist“ (Hanser).

Im Interview sagt Boyle:

„Aber wenn Sie mich schon fragen: Ich hätte Drogen längst legalisiert.“

„Alle. Sie sollten in der Drogerie angeboten werden. Ich würde sie höllisch besteuern und sie wären immer noch billiger als auf der Straße. Die Kriminellen würde man damit aus dem markt drängen. In Kalifornien sind mehr Leute im Gefängnis als auf dem College. Die Hälfte von ihnen sitzt wegen Drogendelikten ohne Gewaltanwendung. ich würde ihre Strafen einfach aufheben.“

„.. wenn jemand daheim raucht oder Drogen nimmt, ist das ein individuelles Freiheitsrecht.“

„Wenn Sie und ich wollten, könnten wir jetzt runtergehen und im Supermarkt eine Gallone Gin kaufen und trinken, bis wir blind sind. Würden wir aber wahrscheinlich nicht tun. Genauso würde es sich mit Drogen verhalten. Manche würden sie missbrauchen, klar. Aber mit den Steuereinnahmen könnte man die besten Kliniken der Welt bauen.“

„Mit dem ganzen Geld hätten wir kein Staatsdefizit. Wir wären auf einen Schlag in den schwarzen Zahlen. Hunderte Millionen Dollar, jedes Jahr. So würde ich es den Republikanern verkaufen: als praktische Maßnahme. Aber für die ist das keine Frage der Vernunft, sondern der Moral.“

(Zu den Präsidentschaftswahlen in den USA): „Die Republikaner haben keine Chance. Die haben die kommende Wahl abgeschrieben und schauen schon, was in vier Jahren geht. Die Kandidaten, die sie gerade ins Rennen schicken, das sind doch Clowns. Es ist absurd, lächerlich, geradezu widerlich.“

(Zu Mitt Romney): „Dieses scheinheilige Wiesel, das wie ein Gebrauchtwagenhändler auftritt? Zahlt 15 Prozent Steuern bei einem Jahreseinkommen von 200 Millionen Dollar. Nicht einmal die Republikaner werden ihn wählen, zumindest die unentschiedenen. Weil er Mormone ist.“

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