647: Bremen kassiert bei Fußballspielen.

Bremen will vom Spiel Werder Bremens gegen Hannover 96 an, dem 13. Dezember 2014, erstmals die Kosten für den dabei erforderlichen Polizeieinsatz von der Deutschen Fußball Liga (DFL) zurückhaben. Es werde dann eine Rechnung verschickt, sagte Bremens Innensenator Ulrich Mäurer (SPD). Der rot-grüne Senat hat beschlossen, dafür das Gebührenrecht zu ändern. Es geht darum, bei „gewinnorientierten Großveranstaltungen“, bei denen „erhebliche gewalttätige Auseinandersetzungen“ zu erwarten sind, die Kosten für den verstärkten Einsatz der Polizei in Rechnung zu stellen. Bei einem solchen „Rotspiel“ werden in Bremen 700 Beamte eingesetzt. Bei einem Spiel, bei dem weniger Gewalt zu erwarten steht, einem „Grünspiel“, nur 150 bis 180.

Wenn der HSV nach Bremen kommt, sind 1.200 Beamte geplant. Das liegt wohl an den in der Regel eher gewaltbereiten HSV-Fans.

Die DFL will alle juristischen Möglichkeiten ausschöpfen, solch einen Gebühren-Regress zu verhindern. „An öffentliche Sicherheit darf kein Preisschild gehängt werden.“ Zunächst einmal hat sie beschlossen, keine Länderspiele mehr im Weserstadion auszutragen. Das EM-Qualifikationsspiel gegen Gibraltar am 14. November soll in eine andere Stadt verlegt werden. DFB-Präsident Wolfgang Niersbach sieht sich damit „voll auf einer Linie“ (Jan Bielicki, Marc Widmann, SZ 23.7.14).

Der Grund für das Bremer Vorgehen ist klar: die Stadt ist pleite. Die stolzen Hanseaten haben notorisch das Bundesland mit den höchsten Schulden und den schlechtesten Schülern. Allein in der Saison 2013/14 hat das Land Bremen 1,4 Millionen Euro für die Polizeieinsätze bei Bundesligaspielen gezahlt. Das ist den rot-grünen Abgeordneten in der Bürgerschaft nun zu viel.

Eine bundeseinheitliche Regelung ist bisher nicht in Sicht.

Leave a Reply

You must be logged in to post a comment.