Der internationale Hochleistungssport liegt moralisch vollständig am Boden. Nun hat sich herausgestellt, dass die Olympischen Spiele 2020 nach Tokio vergeben wurden, weil die Türkei sich geweigert hatte, vier bis fünf Millionen Dollar an den IAAF-Präsidenten Lamine Diack zu zahlen.
Japan zahlte.
Mittlerweile ist erwiesen, dass es systematisches staatliches Doping (Blutwerte) in Russland gab und dass IAAF-Präsident Lamine Diack diese Erkenntnisse gegen hohe Bestechungsprämien unterdrückt hatte. Nur deswegen konnten die Olympischen Spiele in London 2012 und die Leichtathletik-WM in Moskau 2013 überhaupt mit russischer Beteiligung stattfinden. Insbesondere die Leichtathletik (IAAF), die olympische Kernsportart, ist vollkommen auf den Hund gekommen. Weiter als die hochkorrupten Fußballverbände FIFA und UEFA. Deren Ex-Präsidenten Joseph Blatter und Michel Platini lebenslänglich gesperrt sind.
Der gegenwärtige IAAF-Präsident Sebastian Coe war seit 2003 Mitglied im IAAF-Council. Er ist infolgedessen ungeeignet, die internationale Leichtathletik aus dem Sumpf zu führen. Zumal er als gut dotierter NIKE-Botschafter die Vergabe der Leichtathletik-WM 2021 an den NIKE-Stammsitz Eugene (USA) ohne Abstimmung bewerkstelligt hatte (Thomas Kistner, SZ 15.1.16, 16./17.1.16, Johannes Knuth, SZ 15.1.16).
Der Leiter der unabhängigen Welt-Anti-Doping-Agentur WADA, Richard Pound (Kanada), dessen Bericht die genannten Tatbestände ans Tageslicht gebracht hatte, hat trotzdem Coe als denjenigen bezeichnet, der die Leichtathletik am besten aus der Krise führen könne. Das ist unverständlich und absurd. Unmöglich. Vetternwirtschaft.
Und das IOC unter seinem deutschen Präsidenten Thomas Bach? Hält sich vornehm heraus, obwohl es in alle geschilderten Vorgänge verwickelt war. Toll! Und der DOSB?