So bei dem Schriftsteller Klaus Ungerer (geb. 1969), der mit dem Fahrrad in Berlin unterwegs war und der in der Einleitung einer Lobrede auf
Arnold Zweig (1887-1968)
schreibt (Literarische Welt 9.1.16):
„Mein Hass auf all die Deppen ist nach wie vor sehr groß. Thomas Mann zum Beispiel. Thomas Mann mit seinem gespreizten Getue, seinem Dünkel, mit seiner Eigenheit, durch alle Zeiten hinweg oben zu schwimmen wie ein Wasserball, eine Wasserleiche – so wie aufgeblasene Dinge eben stets oben zu treiben belieben.
Also, dieser Hass ist neulich noch schlimmer geworden. Ich war in Pankow unterwegs, kreuz und quer mit dem Rad, geschichtssattes Huckelpflaster allenthalben, ich fuhr durch die Brixener Straße, ich kurvte am Rudolf-Ditzen-Weg vorbei, passierte retour die Homeyerstraße, ich freute mich an der prächtigen Heinrich-Mann-Straße und dass die jüngst erst eingeweihte Beatrice Zweig ihm begegnet – und zuckte um so machtvoller zusammen, dass Heinrich Mann, der große Demokrat, dann ungefragt einmündet in den Geschenkbuchesoteriker Hesse. Das hätte doch irgendjemand verhindern müssen.“