1080: Wada: Russische Leichtathletik 2016 suspendieren !

Die Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) empfiehlt dem Internationalen Leichtathletikverband (IAAF), den russischen Leichtathletikverband für 2016, auch für die Olympischen Spiele, zu suspendieren. Die Gründe dafür finden sich in einem 335-Seiten-Bericht einer eigens eingesetzten Wada-Kommission, den der Kanadier Richard Pound gestern vorstellte. Angeregt worden war er von einem von Hajo Seppelt für die ARD gedrehten Fernsehfilm von 2014, in dem das systematische Doping in der russischen Leichtathletik aufgedeckt worden war.

Demnach gab es in Russland ein „staatlich gestütztes Doping“ und eine „Kultur des Betrügens“. Der Chef des bei der Wada akkreditierten Anti-Doping-Labors in Moskau soll insgesamt 1417 Dopingproben zerstört haben. Dies geschah nach „direkter Beeinflussung des russischen Staates bei den Moskauer Laborprozessen“. Der russische Sportminister Witali Mutko soll persönlich angeordnet haben, Dopingproben zu vernichten. Und die bisherige Führungsspitze des IAAF unter Präsident Lamine Diack soll 1,2 Millionen Euro damit verdient haben, dass sie positive Dopingproben verschwinden ließ.

Richard Pound: „Wir haben erst die Spitze des Eisbergs gesehen.“ (Johannes Knuth, SZ 10.11.15)

Ich erinnere mich noch gut an mein Gespräch mit Hajo Seppelt am 23. Oktober 2008 im „Literarischen Zentrum“ Göttingen, in dem er über das internationale Dopingsystem sprach.

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