Klaus Bednarz ist tot.
Ernsthaftigkeit und Seriosität waren das Markenzeichen des Fernsehjournalisten, der als Korrespondent in Polen und der Sowjetunion startete und von 1983 bis 2001 Chef von „Monitor“ war. Der 1942 in Falkensee geborene Journalist war 1955 mit seinen Eltern aus der DDR nach Hamburg gekommen. Er studierte Theaterwissenschaften und Osteuropäische Geschichte. Heiterkeit, Leichtigkeit und Ironie waren seine Sache nicht. Stark in der Analyse, klar in der Problemansprache und nachvollziehbar parteilich in seiner Haltung hat Bednarz das deutsche Fernsehen mitgeprägt. Zu seiner Zeit erzielte die ARD noch sehr hohe Marktanteile. Bednarz deckte Affären und Skandale auf. Er scheute keine Tabus. 1991 etwa zeigte „Monitor“ desertierte US-Soldaten. Von seinen Intendanten hat Klaus Bednarz manche Rüge bekommen.
Er war im deutschen Fernsehen eine moralische Instanz.