721: Kenia unter Dopingverdacht

Die diesjährige Gewinnerin der Marathonläufe in Boston und Chicago, Rita Jeptoo (Kenia), ist des Epo-Dopings überführt worden (Johannes Knuth, SZ 3.11.14). Sie war in letzter Zeit die führende Marathon-Läuferin der Welt. Dadurch gerät Kenia weiter unter den Verdacht, dass seine großartigen Langstreckenläufer ihre Erfolge nicht nur der außerordentlichen Begabung verdanken. Im internationalen Langstreckenlauf dominieren bekanntlich die Läufer aus Ost- und Nordadafrika, besonders die aus Kenia. Dort ist Langstreckenlauf seit jeher eine nationale Angelegenheit.

Aus der Trainingsgruppe von Rita Jeptoo stammen auch Helden wie Paul Tergat. Der des Dopings überführte Mathew Kisorio erschien in einer ARD-Dokumentation vor zwei Jahren als Kronzeuge. Er behauptete, kenianische Ärzte verteilten massenhaft Dopingmittel an Athleten und erhielten im Erfolgsfall Boni. Der kenianische 3000-Meter-Hindernis-Spezialist Moses Kiptanui sprach vor einem Jahr von „einer großen Zahl an Athleten, die dopen“. Anscheinend hat es in den letzten beiden Jahren in Kenia 36 Doping-Fälle gegeben. Die Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) forderte, Kenia möge doch bitte endlich eine nationale Anti-Doping-Agentur aufbauen. Rita Jeptoos ehemaliger Manager Barnaba Korir: „Die Glaubwürdigkeit des kenianischen Sports steht auf dem Spiel.“

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