Johann Rukelie Trollmann wurde 1933 deutscher Meister im Halbschwergewichtsboxen. Das konnten die Nazis nicht dulden, weil Trollmann Sinto war. Sie sorgten dafür, dass Trollmann in einem zweiten Kampf, in dem er mit blondgefärbten Haaren und hellgepuderter Haut antrat, den Titel unter betrügerischen Bedingungen wieder verlor. Trollmann wurde verfolgt, 1935 zwangssterilisiert und 1944 im Konzentrationslager ermordet. In der Gedenkstätte des deutschen Widerstands in Berlin ist ihm eine kleine Abteilung gewidmet.
Über Trollmanns Geschichte 1933 hat Stephanie Bart einen Roman geschrieben:
Deutscher Meister. Hamburg (Hoffmann und Campe) 2014, 383 S., 22 Euro.
Er umfasst die Zeit von März bis Juli 1933 mit dem Boykott jüdischer Geschäfte am 1. April, der Bücherverbrennung am 10. Mai und dem Parteienverbot am 1. Juli. Bart berücksichtig dabei Trollmanns technisch geprägten Kampfstil, der durch Beweglichkeit und Präzision gekennzeichnet war. Manche sehen in ihm dadurch einen Vorläufer von Muhammad Ali, der als Muslim und Kriegsdienstverweigerer ebenfalls seinen Titel verlor. Beide, Trollmann wie Ali, waren Meister darin, den Gegner und das Publikum zu provozieren.