Der Präsident des Europäischen Parlaments, Martin Schulz (SPD), hat vor der Knesset, dem israelischen Parlament, auf Deutsch eine Rede gehalten (hcr, FAZ 13.2.14). Dabei hat er ein klares Bekenntnis zum Existenzrecht Israels abgegeben und „zum Recht des israelischen Volkes, in Sicherheit und Frieden zu leben“.
Als Schulz am Ende seiner Rede kurz auf die Palästinenser zu sprechen kam, hagelte es Proteste der nationalreligiösen Partei „Jüdisches Heim“. Schulz hatte mit vorsichtigen Worten die andauernde Abriegelung des Gazastreifens kritisiert. Außerdem zitierte Schulz einen jungen Palästinenser, der ihn gefragt habe, wie es sein könne, dass Israelis 70 Liter Wasser am Tag erhielten und Palästinenser nur 17 Liter.
Der Parteivorsitzende der nationalreligiösen Partei, Naftali Bennett, verlangte im Internet von Schulz eine Entschuldigung. Die Abgeordnete Orit Struck sagte, sie lasse sich nicht ins Gesicht spucken und bleibe dabei ruhig sitzen.
Viele Knesset-Abgeordnete applaudierten Schulz stehend. Der Zwischenfall in der Knesset lenkte davon ab, dass es Schulz bis zum Mittwochnachmittag eigentlich gelungen war, viele Israelis zu beruhigen. Schulz machte deutlich, dass er nichts von einem EU-Boykott Israels halte, für den es im Europäischen Parlament auch keine Mehrheit gebe.
Ministerpräsident Benjamin Netanjahu bedauerte, dass Schulz im Nahen Osten „wie so viele Europäer an einer selektiven Wahrnehmung“ leide, wenn es um unbewiesene palästinensische Behauptungen gehe.