Thomas de Maizière ist als Bundesinnenminister zugleich der Sportminister. Er vertritt die Bundesregierung in Sotschi. In einem Interview mit Johannes Aumüller und Christopher Keil (SZ 1./2.2.14) kündigt er ein Anti-Doping-Gesetz an, das er lange abgelehnt hatte.
SZ: Bauen Sie vor für den Fall, dass es nichts wird mit einem wirksamen Anti-Doping-Gesetz?
de Maizière: Nein, ich weise nur darauf hin, dass es ein dickes Brett ist, das wir bohren. Aber natürlich werden wir es bohren, der Sportminister vorneweg. Wenn einem Spitzensportler ein bestimmtes Mittel nicht erlaubt ist, ein Student wirft sich das Mittel aber folgenlos vor einer Universitätsprüfung ein und verschafft sich damit einen Vorteil, dann ist das ein rechtsstaatliches Problem. Es ist vielleicht nicht unlösbar, aber wir müssen es im Blick haben.
SZ: Aber das Gesetz soll es geben?
de Maizière: Wir werden das machen, und Sie erkennen ja an meinen Antworten, dass wir das machen wollen.
SZ: Ihre ablehnende Haltung gegenüber einem Anti-Doping-Gesetz hat sich offensichtlich verändert?
de Maizière: So ist es.
SZ: Und Sie beabsichtigen, über die bereits im Arzneimittelgesetz festgeschriebenen rechtlichen Bestimmungen hinaus neue Straftatbestände einzuführen?
de Maizière: Richtig.
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