Der ehemalige niedersächsische Wissenschaftsminister Thomas Oppermann (SPD) aus Göttingen ist zur Zeit in Berlin ein gefragter Mann. Der 59-Jährige und gegenwärtige parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Fraktion wird als Fraktionschef gehandelt. Dafür braucht die SPD einen starken Mann, der in der Lage ist, die Wahlverlierer vom September 2013 (u.a. 87 neue Bundestagsabgeordnete) hinreichend zu disziplinieren, die schon jetzt danach trachten, wie sie 2017 besser dastehen könnten. In einer großen Koalition ist die Neigung zum abweichenden Abstimmen bekanntlich größer als sonst.
Vorausgesetzt Sigmar Gabriel und Frank-Walter Steinmeier wollen nicht Fraktionschef werden, sondern Minister. Aber Minister könnte Oppermann auch werden. Am liebsten Innenminister. Auch das Justizministerium käme für ihn in Frage. Er ist durchsetzungsstark, eloquent und in Fragen der Justiz und der inneren Sicherheit ein ausgewiesener Fachmann. Einen besseren Kandidaten hat die SPD überhaupt nicht.