547: „Guardian“ erteilt britischen Behörden eine Lektion.

Im Innenausschuss des britischen Parlaments wurde Alan Rusbridger, der Chefredakteur des „Guardian“, zur Veröffentlichung von Edward Snowden-Papieren befragt (Christian Zaschke SZ 5.12.13). Dabei kehrten sich schließlich die Kräfteverhältnisse um. Rusbridgers unerschütterliche Sachlichkeit schien die Parlamentarier nervös zu machen. Am Ende erbaten sie von ihm Ratschläge, wie künftig am besten mit den Geheimdiensten umzugehen sei. Vorher hatte er klargemacht, dass der „Guardian“ verantwortlich vorgegangen war und jederzeit die Sicherheit des Landes abgewogen hatte gegenüber dem Recht der Öffentlichkeit auf Information. Damit hat Rusbridger eine Lanze für die

Pressefreiheit

gebrochen, die in Großbritannien gar nicht in der Verfassung verankert ist, weil es dort gar keine Verfassung gibt. Im Kern ist dort die Pressefreiheit nicht gefährdet, weil bisher die Gerichte stets für die Freiheit der Presse und anderen Massenmedien entschieden haben und die Medien selbst in jeder Hinsicht robust sind.

Rusbridgers „Auftritt vor dem Ausschuss war ein Plädoyer für die Qualitätspresse, er war geprägt von Furchtlosigkeit und Verantwortungsbewusstsein – den beiden wohl wichtigsten journalistischen Qualitäten im Umgang mit wichtigen Informanten.“

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