Fritz J. Raddatz ist immer noch einer der klügsten Feuilletonisten unserer Zeit. Als ein Redakteur der „Literarischen Welt“ (26.10.13) ihn fragt: „Hätten Sie gerne zu der Zeit von Marcel Proust in Paris gelebt?“, antwortet Raddatz mit einer Klage über die „Vulgarität unserer Tage“:
Mein schnelles, unumwundenes „Ja“ bedarf einiger Variationen und Erläuterungen. Angeekelt von der Vulgarität unserer Tage, von den „Coffee to go“-Pappbecherschlürfern, den Frittenmampfern, den Tätowierten in T-Shirts mit „University of California“-Aufdruck, die nie eine Universität von innen gesehen haben, einem aber jede Glastür ins Gesicht schmettern – angewidert von bramsiger Unhöflichkeit und rabaukiger Unverfrorenheit, bekenne ich gerne: Die Belle Epoque, ein versunkenes Märchen, übt auf mich eine ob ihres Vergangenseins traurige Faszination aus.
W.S.: Ja, lieber F.J.R., was können wir da nur tun?