Der Lette Mariss Jansons ist Chefdirigent des BR-Symphonieorchesters, das dringend einen neuen Musiksaal braucht. Nun hat Jansons den großen Preis der Ernst-von Siemens-Musikstiftung bekommen. 250.000 Euro. Die spendet er vollständig für den neuen Musiksaal, obwohl es dafür noch keinen Standort gibt. Jansons: „Auch wenn die Bayern denken, ich rede wie ein dressierter Papagei, sage ich es immer wieder: München braucht diesen Saal.“
Nach dem Standort und den Kosten hat Christian Krügel den Vorsitzenden des Konzertsaal-Vereins, Manfred Wutzlhofer, befragt (SZ 6.6.13).
SZ: Stadtbaurätin Merk hat neue Standorte ins Gespräch gebracht: den Starnberger Flügelbahnhof etwa oder die Messestadt Riem. Sind Sie da aufgeschlossen?
Wutzlhofer: Grundsätzlich ja. Es ist positiv, dass sich die Stadt da konstruktiv einbringt. Es geht bei dem Projekt ja auch um den Rang der Stadt München in der internationalen Musikszene. Bei den Standorten muss natürlich auch das Thema Kosten eine vorrangige Rolle spielen. Bei Flächen des Freistaats haben wir eben nicht das Problem, sündteuren Grund kaufen zu müssen. Beispiel Starnberger Bahnhof: Der Vorschlag hat einen Charme, wenn die Stadt hier zugleich ein ganzes Viertel entwickeln möchte. Aber das Grundstück gehört eben zum Vermögen der Deutschen Bahn, die die Fläche ja auch teuer verkaufen möchte. Dadurch könnte der Kostenrahmen für den Konzertsaal aber so steigen, dass das Projekt irgendwann nicht mehr vertretbar wäre.
SZ: Das kann beim Bauen in der Isar auch passieren – siehe Elbphilharmonie. Wo liegt für Sie die finanzielle Obergrenze?
Wutzlhofer: Wir sind da sehr vorsichtig, weil man erst kalkulieren kann, wenn das Grundstück und das Raumprogramm feststehen. Auf der Museumsinsel wird die Kostenfrage eine ganz entscheidende Rolle spielen, eben wegen der Isar. Klar ist aber: Es darf sich nicht in eine Größenordnung wie in Hamburg entwickeln. Das wäre politisch nicht verantwortbar. Wir müssen uns sehr gelungene Konzertbauten wie in Luzern mit Kosten zwischen 80 und 100 Millionen Euro zum Vorbild nehmen.