Rithy Panh ist Überlebender des Terrors der Roten Khmer, in dem zwischen 1975 und 1979 mehr als ein Drittel der 1,7 Millionen zählenden kambodschanischen Bevölkerung ermordet worden ist. Die Menschen wurden erschlagen, oder es wurde ihnen die Kehle durchgeschnitten, bevor sie in einem der ca. 20.000 Massengräber (Killing Fields) verscharrt wurden (Johanna Adorjan FAS 10.3.13). Der Filmemacher Panh hat nun ein Buch darüber geschrieben:
Auslöschung – Ein Überlebender der Roten Khmer berichtet. Mit Christophe Bataille. Hoffmann und Campe, Hamburg, 240 Seiten, 19,99 Euro.
Panh schildert, dass die Gebildeten, das Bürgertum der Feind der Khmer waren. Schon ein Brillenträger war gefährdet. Das Buch basiert auf Interviews mit einem der Haupttäter, Kaing Guek Eav, genannt Duch, der sich aber nicht völlig dem Interviewer öffnet. So wird die Frage, wie jemand, der Mathematik studiert und als Lehrer gearbeitet hat, zum Massenmörder werden kann, nicht vollkommen beantwortet. Die Täter machten eine anonym bleibende Organisation, „Angkar“, für das Geschehen verantwortlich, der sie angeblich nur dienten. So auch Duch. Die Roten Khmer bemächtigten sich der Sprache und prägten die Begriffe für ihre „Feinde“.
In seinem Buch widerspricht Rithy Panh der These, dass wir alle potentielle Täter, Mörder und Henker seien. Er glaubt an das Individuum und seine persönliche Verantwortung.