367: Hollywood macht Propaganda – an der Seite der Macht.

Hollywood hat sich lange etwas darauf zugute getan, politisch unabhängig zu sein. Und ein Filmsystem, das ohne staatliche Förderung auskommen muss, kann diesen Anschein erwecken. Auch wenn eine gewisse Neigung zu den Demokraten nicht zu übersehen war, obwohl John Wayne und Clint Eastwood anders votiert haben. 2013 ist etwas deutlich geworden, das nicht für Hollywood spricht. Zwar wurden mehr politische Filme gedreht. Aber das ist ja nichts an sich  Gutes. Es kommt darauf an, wie diese Filme gemacht werden. Gerade noch war zu verhindern, dass „Zero Dark Thirty“ ausgezeichnet wurde, ein Film, der die Folter verherrlicht (und die Bush-Administration lobt, auch wenn Osama Bin Laden unter Obama getötet wurde). Die Verkündigung von Ben Afflecks „Argo“ als bestem Film durch die Präsidenten-Gattin Michelle Obama lässt recht tief blicken.

Das findet auch Tobias Kniebe (SZ 26.2.13). Er schreibt: „So fällt nun ein unnötiges grelles Schlaglicht auf die Tatsache, dass die Mitglieder der Academy in ‚Argo‘ ein politisches Kino ausgezeichnet haben, das unter der Oberfläche des Geheimdienst- Schelmenstücks tatsächlich alle Sünden begeht, die man dem amerikanischen Kino immer vorhält: Da wird das Fremde, in diesem Fall Iran, aus Gründen des Spannungsaufbaus mal wieder lustvoll dämonisch überzeichnet; da werden historische Fakten als Ausgangspunkt genommen, dann aber stark in Richtung Fiktion verdreht; und schließlich wird die Geschichte symbolisch umgeschrieben. Aus der Iran-Krise des Jahres 1979 mit dem jämmerlich gescheiterten Befreiungsversuch der Geiseln aus der US-Botschaft, bisher ein Kapitel nationalen Haareraufens, gehen die glorreichen Sechs hervor, die trotzdem entwischen konnten – in einem kreativen Heldenstück. Bisher wurde diese Rettungsaktion in den Geschichtsbüchern vor allem dem mutigen kanadischen Botschafter Ken Taylor zugeschrieben, der tatsächlich eine Schlüsselrolle spielte. Auch dieser ist jetzt öffentlich erbost, dass seine Verdienste in der Sache mehr und mehr auf einen Amerikaner übertragen werden – den CIA-Agenten Tony Mendez, den Ben Affleck im Film selber spielt.“

Schaltungen ins Weiße Haus und Fraternisierungen mit der CIA demonstrieren keine politische Unabhängigkeit. Und wer war eigentlich US-amerikanischer Präsident, als die Geiselbefreiung in Teheran 1979 scheitert? Ach so: Jimmy Carter von den Demokraten.

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