1. Peter Sloterdijk
Keiner schreibt so viel und denkt so wenig wie er. Politisch undurchsichtig, ästhetisch unentschieden, passt der Karlsruher Totalphilosoph genau in die verlorene Zeit, in der wir leider leben.
2. Benjamin Netanjahu
Der Mann, der klammheimlich das Westjordanland annektiert – übrigens wie alle anderen israelischen Regierungschefs seit Levi Eshkol vor ihm -, wird auch nächstes Jahr damit nicht aufhören. Und am Ende wird ihm die Geschichte, die keine Gerechtigkeit, sondern nur Fakten kennt, auch noch recht geben.
3. Alice Schwarzer
Am Anfang jeder Revolution geht es um Freiheit, am Ende um Macht. Alice Schwarzer ist, historisch betrachtet, noch gar nicht so lange Teil der Bewegung, und die Frage ist nur, hat sie schon genug Macht und Ruhm für sich selbst erkämpft, um, am besten auf bild.de, das Ende der Frauenrevolution zu verkünden?
4. Rolling Stones
Ist schon mal jemandem aufgefallen, dass diese angeblich bandigste Band der Welt seit „Miss you“, also seit 1978, keinen einzigen erstklassigen Hit mehr hatte? Und hat sich schon mal jemand gefragt, warum Jagger und Richards sich nicht wenigstens mit ihren Millionen ab und zu einen Hit kaufen? Weil sie dickköpfige, alte Männer sind, und die hören bekanntlich bis zu ihrem letzten Atemzug nicht auf andere Leute.
5. Gerhard Richter
Viele Videokünstler waren früher schlechte Maler. Gerhard Richter war früher ein Streber des sozialistischen Realismus, der auch schon mal im Auftrag der SED Agitationskunst lieferte. Seit er seine geniale Palimpsest-Technik des sprichwörtlichen Verwischens jeder persönlichen moralischen Klarheit und Konsequenz entwickelt hat, wächst sein Ruhm. Warum? Weil wir alle Heuchler und Verräter an unserer eigenen Jugend sind, und er ist unser Guru.
…
7. Warren Buffet
Gibt es den bösen Spekulanten, der so tut, als sei er ein guter Spekulant? Ja, natürlich, und wir wünschen ihm jetzt schon alles Gute und alles Schlechte zu seinem 83. Geburtstag am 30. August 2013!
8. Gott
Existiert auch nächstes Jahr leider wieder nicht (FAS 30.12.12).