Die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) tagt in Göttingen. Dort sollen u.a. drei neue Vize-Präsidenten gewählt werden. In der HRK sind fast 300 Hochschulen zusammengeschlossen. Sie versteht sich als die Stimme der Hochschulen. Wahrscheinlich kommt es in Göttingen aber bei den Wahlen indirekt zu einer Abstimmung über den Präsidenten Horst Hippler (Johann Osel, SZ 19.11.12). Denn der Professor für physikalische Chemie und vorherige Präsident des Karlsruher Instituts für Technologie hatte in ungewohnt offener Weise den Bologna-Prozess kritisiert (hier unter Ziffer 248 am 30. August 12 und 236 am 14. August 12). Hippler spricht in erster Linie für die Hochschulen, die als forschungsstark und exzellent anzusehen sind.
„Hippler hat nur die Warte der forschungsstarken technischen Hochschulen im Blick – weil dort ein Bachelor für die Ingenieurskarriere nicht ausreicht, redet er die Erfolge bei Bologna für alle anderen Fächer und Hochschulen kaputt.“ Es kann nun sein, dass sich in Göttingen, wie so häufig, das breite Mittelmaß organisiert und Hippler in Schwierigkeiten bringt. „Hipplers Diagnose ist legitim, sie ist ein Warnschuss, dass vieles bei der Durchführung der Bologna-Reform nicht schöngeredet werden sollte. Durch seinen Alleingang hat er sich aber ein Problem eingehandelt, er muss aufpassen, dass ihm der Laden nicht um die Ohren fliegt.“ Es wird sogar von einer Abwahl-Initiative gemunkelt.
Dann stimmt in Göttingen mal schön ab.