Odenwaldschule schließen !

Über offenen Streit im Trägerverein der Odenwaldschule berichtet u.a. Tanjev Schultz in der SZ (30.11.10). Am 28.11. waren die beiden Vorstandsmitglieder Michael Frenzel und Johannes von Dohnanyi bereits zurückgetreten. Sie hatten sich mit ihren Plänen für eine schnelle Entschädigung der ca. 125 Missbrauchsopfer der Odenwaldschule nicht durchsetzen können. Zwar hat der Trägerverein die Gründung einer Stiftung beschlossen, die sich um die Entschädigung der Opfer kümmern soll, doch befürchten viele Betroffene, dass die Lösung der Probleme auf die lange Bank geschoben werden solle.

Der Verein „Glasbrecher“, in dem etliche  Betroffene zusammengeschlossen sind, nannte die Stiftung eine „Alibi-Veranstaltung“. Gesiegt habe der Geist, der das Wohlergehen der Schule an die oberste Stelle setze. Im Trägerverein wird befürchtet, dass die Schule in den Ruin getrieben werde, wenn man aus dem laufenden Haushalt Geld abzweige. Die Entschädigung ehemaliger Schüler dürfe nicht zu Lasten der aktuellen Eleven gehen. „Diese Jugendlichen tragen keinerlei Schuld an dem, was in der Vergangenheit war.“ Für Michael Frenzel dagegen ist die Stiftung ein Feigenblatt.

Rechtsanwalt Thorsten Kahl, der sechs Opfer vertritt, sagte: „Einmal mehr zeigt die Schule, dass es ihren Gremien weniger um die Opfer als um das eigene Überleben geht.“ Und ein ehemaliger Lehrer der Schule sprach sogar von „versteckten Aggressionen gegen die Opfer“. Am Ende sei es wahrscheinlich das Beste, die Schule einfach zu schließen.

Tatsächlich: es herrscht das Bemühen vor, nicht aufzuklären, sondern zu vertuschen. Und es schwebt noch zu viel von dem unheiligen päderastischen Geist Gerold Beckers über dem Ganzen. Die Schule sollte kurzerhand geschlossen werden.

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