Hat nach Ex-Bundespräsident Horst Köhler, der von der Wahrung von deutschen Wirtschaftsinteressen in Afghanistan gesprochen hatte, nun auch Verteidigungsminister Guttenberg „Handelskriegen“ das Wort geredet? Davon kann keine Rede sein, wohl aber davon, dass die Sicherheit der Energie- und Rohstoffversorgung und die Freiheit der internationalen Handelswege ein elementares Interesse Deutschlands darstellen. Dies hält schon das sicherheitspolitische Weißbuch der Bundesregierung von 2006 fest. Vergessen haben das wieder einmal die Sozialdemokraten. Für deren Politik ist es anscheinend symptomatisch, in der Regierung weithin eine vernünftige Politik zu führen und dies dann in der Opposition schnell wieder zu vergessen. Das Weißbuch haben sie als Partner in der großen Koalition mit beschlossen.
Und natürlich werden am Horn von Afrika hoffentlich deutsche Interessen gegen Piraten gewahrt. Dies darf nur nicht im Alleingang geschehen, sondern muss mit unseren Partnern abgestimmt und beschlossen werden. In der NATO gilt die Versorgung mit Energie und Rohstoffen als eine der großen sicherheitspolitischen Herausforderungen der Zukunft. Das ist zu leicht verständlich, um es nicht zu kapieren. Das hat nichts mit Kanonenboot-Politik und Imperialismus zu tun. Solange die Bundesrepublik ihre Interessen im Rahmen des Völkerrechts und unter Beachtung humanitärer Grundsätze verficht, ist daran nichts Verwerfliches.