Ein klassisches Fremdbild von Deutschland ist das vom Volk der Dichter und Denker (Madame de Stael).
Am deutschen Wesen soll die Welt genesen. (Emanuel Geibel)
Als ein Volk der ungeheuerlichsten Mischung und Zusammenrührung von Rassen, sind die Deutschen unfassbarer, umfänglicher, widerspruchsvoller, unbekannter, unberechenbarer, überraschender, selbst erschrecklicher, als es andere Völker sich selber sind: – sie entschlüpfen der Definition Es kennzeichnet die Deutschen, dass bei ihnen die Frage was ist deutsch? niemals ausstirbt. (Friedrich Nietzsche: Jenseits von Gut und Böse. 1886)
Nie geraten die Deutschen so außer sich, wie wenn sie zu sich kommen wollen. (Kurt Tucholsky)
Der Deutsche ist nur ganz er selbst, wenn er mit einer Formlosigkeit beginnt. Das ist das germanische Glück. Und Volksgemeinschaft ist wohl eine moderne niedrige Fasson von Masochismus. (Gottfried Benn)
Kein Bedeutungsverlust von Nation (Ernest Renan: tägliches Plebiszit), kollektive Identität, Konstrukt, vorgestellte Gemeinschaft (Benedict Anderson)
Ethnien und Nationen sind zwar vorgestellt, aber sie haben einen harten Kern, der nicht aus ihrer Geschichte, ihrer Herkunft und ihrer Kultur besteht, sondern aus deren Nutzung, Bildung, Überformung und Herstellung (Ulrich Bielefeld 2001)
keine Nation ohne Druckerei, ohne Zeitungen, ohne standardisierte mediatische Abdeckung eines Territoriums, die es den dort Lebenden erlauben, sich als Mitglieder ein und derselben Gemeinschaft zu empfinden und im Augenblick diese Empfindens die Nation zu bilden (Vincent Kaufmann)
Publizistische Kontroversen (hier: Deutsche Diskurse): Diskurse entstehen und regeln sich nicht aus sich selbst heraus. Vielmehr sind sie Bestandteil von sozialen Kräfteverhältnissen, von Praktiken der Macht (Simone Winko)
Publizistische Kontroversen haben häufig keine Lösungen oder sind noch nicht zu einem Konsens geführt worden.
Bassam Tibi: Europäische Leitkultur (1998)
Es gibt eine Leitkultur, ohne die es keine Zukunft gibt für Deutsche und Ausländer, für Alt- und für Neubürger, Christen und Muslime. Diese Leitkultur hat aber nichts zu tun mit nationalen Überlegenheitsgefühlen oder Deutschtümeleien. Die Leitkultur ist eine Kultur des Zusammenlebens: Sie heißt Demokratie. Sie heißt Rechtsstaat. Sie heißt Grundrechte. Das klingt simpel. Aber der Alltag zeigt, dass es so simpel nicht ist. (Heribert Prantl 2004)
Die politische Kultur in Deutschland besteht aus einem Ensemble von unterschiedlichen geistigen, materiellen, intellektuellen und emotionalen Zügen. Sie umfasst Kunst und Literatur, Lebensstile und gemeinschaftliche Lebenspraktiken, Werte, Überlieferungen, gemeinsame Wahrnehmungsmuster und Glaubenssätze. Ohne eine solche gemeinsame Kultur (Leitkultur) lässt sich keine einigermaßen stabile Identität denken.
Und Deutschland? Es ist berechenbarer geworden. Und behält etwas Unbestimmtes. Das schafft Spannung: die besondere deutsche Spannung. Heute ist sie sehr zu genießen. (Roger de Weck 2007)
Der egalitäre Universalismus ist unmittelbar ein Erbe der jüdischen Gerechtigkeit und der christlichen Liebesethik. (Jürgen Habermas 2007)
Unser Weg nach Westen (Heinrich August Winkler 2002) ist gelungen. Wir sollten nicht zurückgehen.
Das wird außerhalb der westlichen Welt häufig als Imperialismus und Menschenrechts-Bellizismus gesehen.
Deshalb rate ich Ländern wie Deutschland: Shut up! Redet nicht mehr über Menschenrechte! (Kishore Mahbubani, 2008)
Wir wissen manchmal nicht gut genug, wer wir selbst sind. Es wäre aber besser, wenn wir es wüssten. Dies würde uns selbstbewusster und souveräner machen.